Kassenleistung · KJP

Tiergestützte Therapie, mit Hund an der Seite.

„Oh, der ist aber süß!", ein einfacher Satz, schon ist da ein Gesprächsthema. Manchmal kann der Einstieg in eine Therapie so einfach sein, weil ein Hund mit im Raum ist.

Niedrigschwellig, von Anfang an.
Was ist tiergestützte Therapie?

Ein Hund öffnet Türen, die ein Erstgespräch allein nicht öffnet.

Tiergestützte Psychotherapie ist nicht "Therapie mit Hund statt Therapeutin". Sie ist Verhaltenstherapie, in der ein gut ausgebildeter Hund Teil des Settings sein darf. Mal als ruhige Präsenz, mal als aktiver Türöffner für ein Gespräch.

Der Begründer des Konzepts, der amerikanische Kinderpsychologe Boris M. Levinson, beobachtete in den 1960er-Jahren eher zufällig, dass scheue Kinder über seinen Hund leichter in Kontakt kamen. Daraus entwickelte sich ein eigenes Forschungsfeld.

Smirre ist ein Harzer Fuchs, geboren am 17.06.2026. Er zieht am 16.08.2026 bei uns ein und kommt bald darauf mit in die Praxis. Wir machen gemeinsam eine Ausbildung zum Therapiehunde-Team.

Wann hilft sie?

Situationen, in denen ein Hund den Unterschied macht.

Der Hund ist kein Ersatz, sondern ein zusätzliches Werkzeug. Besonders wirksam dort, wo der erste Schritt in die Praxis sonst sehr schwerfällt.

Erstgespräch fällt schwerjüngere Kinder, sehr schüchterne Jugendliche
Selektiver Mutismuswenn Worte zur Therapeutin noch nicht möglich sind
Soziale ÄngsteÜbungen im sicheren Setting mit Hund
Verantwortung übenkleine Aufgaben mit dem Hund, klare Rückmeldung
KörperwahrnehmungAtem, Puls, Berührung — über das Tier zugänglich
Depressive Antriebslosigkeitder Hund holt aus dem Rückzug, ohne zu fordern

Smirre wird bald nach seinem Einzug mit in die Praxis kommen. Am Anfang ist er noch ein Azubi und braucht sicherlich viel Zeit und Geduld. Wir bitten um Verständnis: Es ist noch kein fertiger Therapiehund vom Himmel gefallen.

Wie läuft sie ab?

Drei Grundregeln, für alle drei Beteiligten.

Im Raum sind drei: Patient, Therapeutin, Hund. Damit das funktioniert, gibt es klare Absprachen.

Was vorab geklärt wird

  1. Die wichtigste Regel

    Smirre wird seinen eigenen Platz in der Praxis haben. Der darf bitte nicht gestört werden.

  2. Der Hund ist ausgebildet

    Nicht jeder Hund ist Therapiehund. Smirre wird gezielt darauf vorbereitet. Er arbeitet später in dosierten Einheiten, hat Pausen und einen Rückzugsort in der Praxis.

  3. Sicherheit zuerst

    Smirre wird natürlich regelmäßig geimpft, entwurmt, entfloht und tierärztlich versorgt.

Häufig gefragt

Zwei Antworten, die oft fehlen.

Was Eltern und junge Patient:innen vor der ersten Sitzung wissen wollen.

Ist das überhaupt richtige Therapie?

Ja. Tiergestützte Therapie ersetzt keine Methode, sie erweitert sie. Die Verhaltenstherapie ist und bleibt die Arbeitsgrundlage, der Hund ist eine zusätzliche Hilfe, kein Selbstzweck.

Wissenschaftlich begründet ist sie seit Levinsons frühen Arbeiten, inzwischen breit erforscht.

Was, wenn ich Hunde nicht mag?

Smirre ist immer mit dabei, wenn er in der Praxis ist. Wenn du Hunde gar nicht magst, ist meine Praxis leider nicht die richtige — mich gibt es nur mit Smirre. Bei einer Allergie oder Angst sprich mich bitte vorher an.

Weitere Verfahren

Was sonst noch möglich ist.

Tiergestützte Arbeit ist immer Teil einer regulären Psychotherapie. Alle als Kassenleistung abrechenbar.