Kassenleistung · KJP

Traumatherapie, im eigenen Tempo.

Traumatische Erlebnisse können massiv belasten. Es gibt Techniken, die das Verarbeiten erleichtern, strukturiert, in einem geschützten Setting. Welche Technik passt, entscheidet sich im Therapieverlauf.

Erst Sicherheit, dann Verarbeitung.
Was ist Traumatherapie?

Belastung verstehen, dann verarbeiten.

Ein Trauma ist nicht das Ereignis selbst, sondern das, was es in einem jungen Menschen hinterlässt. Wiederkehrende Bilder, körperliche Unruhe, Schlafprobleme, Vermeidung, Schreckhaftigkeit, das Gefühl, dass nichts mehr sicher ist.

Traumatherapie arbeitet in Phasen. Zuerst Stabilisierung und Sicherheit, dann, wenn es trägt, die Verarbeitung des belastenden Erlebnisses. Welche Technik wir nutzen, entscheidet sich im Verlauf, nicht am ersten Tag.

Das Ziel: dass die Erinnerung bleiben darf, aber ihre Wucht verliert. Damit Alltag, Schule und Beziehungen wieder Platz bekommen.

Wann hilft sie?

Auslöser, mit denen Familien kommen.

Was ein Trauma auslöst, ist individuell. Was alle Auslöser gemeinsam haben: sie überfordern die normalen Verarbeitungsmöglichkeiten, gerade bei Kindern und Jugendlichen.

Unfällez. B. Verkehrsunfall, Sturz, Verletzung im Sport
Übergriffe und Missbrauchkörperlich, sexuell, emotional
VerlustTod eines nahen Menschen, plötzliche Trennung
Medizinische ErlebnisseKlinikaufenthalt, OP, schwere Diagnose
Gewalt im UmfeldZeuge oder Betroffener von häuslicher Gewalt
Flucht und Kriegeigene Erfahrung oder enge Angehörige

Auch andere belastende Erlebnisse können nachhaltig wirken. Wenn Sie unsicher sind, ob das, was Sie beschäftigt, "schlimm genug" für eine Traumatherapie ist, fragen Sie einfach an. Diese Einordnung gehört in das Erstgespräch.

Wie läuft sie ab?

Drei Phasen, in dieser Reihenfolge.

Traumatherapie geht nicht direkt an die belastenden Bilder. Vorher braucht es einen sicheren Boden, sonst überfordert die Arbeit zusätzlich.

Sicherheit zuerst

  1. Stabilisierung

    Innere und äußere Sicherheit. Übungen, um aus belastenden Zuständen wieder herauszufinden, und eine Tagesstruktur, die hält. Diese Phase darf so lange dauern, wie sie braucht.

  2. Verarbeitung

    Erst jetzt geht es an das belastende Erlebnis selbst. Welche Technik wir wählen, hängt vom Verlauf und vom Alter ab. Immer dosiert, immer mit Stopp-Signal, immer im Tempo der Patientin oder des Patienten.

  3. Integration

    Was war, bleibt Teil der Geschichte, aber es bestimmt nicht mehr den Alltag. In dieser Phase üben wir Übertragung in Schule, Familie und Freundeskreis und planen, wie es ohne Therapie weitergeht.

Häufig gefragt

Zwei Antworten, die oft fehlen.

Das, was Eltern und Jugendliche im Erstgespräch fast immer fragen.

Muss ich alles noch einmal erzählen?

Nein. Du entscheidest, was, wann und wie viel. In der Stabilisierung geht es noch nicht um Details des Erlebten. Erst wenn ein sicheres Setting steht, kommt die Verarbeitung, und auch dort dosiert.

Stopp-Signale werden vorher vereinbart. Sie gelten jederzeit, ohne Begründung.

Welche Technik wendet ihr an?

Das entscheidet sich im Verlauf. Es gibt verschiedene wirksame Verfahren in der Traumatherapie. Welches passt, hängt vom Alter, von der Symptomatik und davon ab, was sich für die Patientin oder den Patienten richtig anfühlt.

Wir besprechen jeden Schritt vorher, nichts passiert unangekündigt.

Weitere Verfahren

Was sonst noch möglich ist.

Traumatherapie kombiniere ich oft mit anderen Methoden, je nach Bedarf. Alle als Kassenleistung abrechenbar.